Trafostationen Wiener Netze

2. Preis!!! EU-weiter, offener Wettbewerb für das Design von Trafostationen im öffentlichen Raum


Trafostationen sind nicht nur Bestandteil der notwendigen Stadtmöblierung, sondern auch ein zentraler Baustein unseres täglichen Lebens. 

Aus diesem Grund wird bei der Neugestaltung der Trafostationen der Vorschlag gemacht, keinen Ansatz zu wählen, der diese kaschiert oder versteckt, sondern einen, der sie als selbstbewussten architektonischen Charakter in die Stadtlandschaft setzt. 

 

Um die Trafostationen von ihrer kastenartigen Erscheinung zu befreien, werden anstelle flacher Dächer ikonische Dachkörper in Betonfertigteilbauweise aufgesetzt und die Ecken säulenartig überzeichnet. Der Vorschlag greift die bekannten Elemente (Metalltüren, Lüftungslamellen) von Trafostationen auf und überhöht sie durch eine expressive, farbige Gestaltung.

 

Eine farbig gestaltete moderne Trafostation im städtischen Umfeld

Anstelle einer einheitlichen Lösung für alle Standorte wird ein gestalterischer Baukasten vorgeschlagen, der eine situationsabhängige Anpassung erlaubt. Somit sind je nach Ort eine ganze Bandbreite an aufregenden, expressiven oder ruhigen, gedeckten Erscheinungsbildern möglich. 

 

Der Vorschlag verfolgt einen konsequent gestalterischen Ansatz, bei dem Funktionalität und Wirtschaftlichkeit dennoch gleichwertig im Vordergrund stehen. Dies wird erreicht, indem ausschließlich für Trafostationen übliche Materialien und Bauweisen zum Einsatz kommen und die gesamte Konstruktion auf Standard-Bauelementen basiert. 

 

Die vorgeschlagene Gestaltung transformiert Trafostationen somit von grauen, funktionalen Boxen in markante, skulpturale Bauwerke, die ihr technisches Innere dennoch nicht verstecken. Durch ihren hohen Grad an ikonografischer Präsenz wirkt ihre Architektur direkt identitätsbildend im Stadtraum.

Baukasten von verschiedenen Gestaltungsvorschlägen für trafostationen im öffentlichen Raum. Farbenfrohe und pastell farbene Designs.

Das Projekt zeichnet sich durch eine hohe Wirtschaftlichkeit sowohl in der Errichtung als auch im Betrieb aus. Es wird der identische Fertigteil-Betonkörper der Standardversion verwendet, was die Montage der technischen Ausstattung deutlich vereinfacht.

 

Alle funktionalen Bauteile wie Türen und Lüftungslamellen entsprechen in ihrer Ausführung der Standard-Kompaktstation und werden lediglich hinsichtlich Abmessungen und Farbigkeit der Pulverbeschichtung adaptiert, sodass ein stimmiges Gesamtbild entsteht. Dabei werden sämtliche Mindestanforderungen an Öffnungslichten und Lüftungsquerschnitte eingehalten. Die Beibehaltung bestehender Bauteile ermöglicht den Einsatz etablierter Lieferketten und vermeidet eine Neuzertifizierung. Montagekosten und Arbeitsabläufe weichen dabei nicht wesentlich von der Standardversion ab.

 

Die weiteren, dekorativen Bauteile werden als Betonfertigteile ausgeführt. Durch die einmaligen Kosten für die Schalung ergibt sich bereits ab der zweiten Einheit ein deutlicher Kostenvorteil.

 

Auch im Betrieb bleibt die Wirtschaftlichkeit im Vergleich zur Standard-Kompaktstation unverändert. Die Zugänglichkeit über die Türen sowie das anhebbare Dach ist identisch, ebenso zeigt sich kein relevantes abweichendes Abnutzungsverhalten.

Vorschlag für das Architektur Design einer neuen Trafostation für die Wiener Netze. Das Bild zeigt eine expressiv gestaltete Trafostation mit einer ikonischen architektonischen Form

Zeichnung des Aufbaus der Mittelspannungs Trafostation

Aus dem Protokoll des Preisgerichtes: 

 

"Neben vielen unterschiedlichen Einreichungen findet dieses Projekt einen eigenen selbstbewussten Ausdruck. Gewissermaßen durch Flucht nach vorne. Das Anliegen des Verfassers, Trafostationen „...von grauen, funktionalen Boxen in markante Bauwerke...“ zu transformieren, geht unübersehbar auf. Beachtlich ist, dass „...ausschließlich unter Verwendung von für Trafostationen üblichen Materialien und Bauweisen...“, im Wesentlichen durch den offensiven Einsatz von Farbe diese Verwandlung gelingt. Eine Vielzahl von Varianten aus unterschiedlichen Dächern und Farben werden für jeweilige Kontexte vorgeschlagen. Wie zeitlos eine solche Lösung im Stadtraum wäre, lässt sich nur vermuten. Was in Summe jedenfalls herauskommt, ist eine robuste Stadtinfrastruktur mit Merkwert und einer Prise Hedonismus."

Architekturmodell der neuen, modernen und farbig gestalteten Trafostation

Architekturentwurf für neue, bunte Trafostationen in Wien mit einem auffälligen, wiedererkennbaren Design